Geschichte von Müllrose
Tabellarischer Verlauf weiter unten.
Bereits auf dem Volksstamm der Slawen übte die wald-, wasser- und wiesenreiche Landschaft im 6. und 7. Jahrhundert eine starke Anziehungskraft aus. Stellte einst die Natur einen guten Schutz vor Feinde dar, so ist diese Schöpfung heute eine Verlockung für Reisende. Seit Ihrer Gründung um das Jahr 1260 genoss die Stadt die Vorzüge des Wasserreichtums und der feuchten Niederungen. Gut geschützt durch die Natur, umschloss Müllrose nie eine Stadtmauer, was dem historischen Charme des einstigen Ackerbürgerstädtchens nichts anhaben kann. Müllrose – ein Ortsname im Wandel der Zeit – wurde abgeleitet von ursprünglichen Namensformen, wie Molrase, Melrad, Melrace sowie weiteren Nennungen. Allen Nennungen liegt der altsorbische Personenname Milorad zugrunde und so war Müllrose demnach der „Ort des Milorad“.
Eng mit der Gründung der Stadt ist die 1275 urkundliche Erwähnung der Müllroser Mühle „slube moln“ verbunden. Der sechsstöckige rote Ziegelbau am Nordufer des Großen Müllroser See bestimmt zusammen mit der barocken Pfarrkirche Kirche von 1746/47 und dem historischen Marktplatz die Silhouette der Stadt und ist zu Recht Ihr Wahrzeichen. Als nachweislich älteste Mühle des Schlaubetals, gelang sie international zu Ruhm und Anerkennung und ist bis in die Gegenwart als größte noch produzierende Getreidemühle Ostbrandenburgs in Betrieb.
Noch heute profitiert Müllrose von der verkehrstechnischen Erschließung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Eine befestigte Chaussee von Frankfurt nach Beeskow, ein Eisenbahnanschluss, die Fertigstellung des Oder-Spree-Kanals, die Errichtung eines städtischen Hafens sowie dreier Schiffswerften waren damals von großer Bedeutung für die Ansiedlung von Handel und Handwerk, wie einer Koffer- und Lederwarenfabrik und einem Dampfsägewerk. Die ausgedehnten Wälder um Müllrose galten als „Holzkammer Berlins“, der Alte Fritz ließ hier fischen und bereits 1907 wurde auf Grund der klimatischen Verhältnisse und der besonders reinen Luft eine Lungenheilstätte im Stadtforst von Müllrose mit einer einzigartigen Architektur gebaut. Das 1987 zum Denkmal erklärte Gebäude, heute unter dem Namen „Zeisigberg“ bekannt, blickt auf eine hundertjährige Geschichte zurück. Die Stadt Müllrose verdankt Ihr den Beginn als beliebtes Ausflugs- und Erholungsziel, seit den 20er Jahren kamen vor allem Berliner als Sommerfrischler. „Besuchet Müllrose in der Mark, das Eingangstor zum Schlaubetal“ so wirbt der Verkehrsverein Müllrose auf einem Plakat aus den 30er Jahren mit einem in Tusche gezeichneten Segelboot auf dem Großen Müllroser See für Erholungssuchende.
| 1124 | Gründung der Diözese Lebus |
| um 1260 | Gründung der Stadt Müllrose im Verlauf der feudalen deutschen Ostexpansion als brandenburgisch-markgräfliche Stadt |
| 1275, 15. April | Gründung und rechtliche Stellung der Stadt werden urkundlich bestätigt, Bau der ersten Steinkirche in Müllrose |
| um 1400 | Müllrose wird grundherrlicher Besitz, zunächst derer von Hondorf |
| ab 1444 bis in das 17. Jahrhundert | Besitz derer von Burgsdorff, stagnierende Entwicklung durch verstärkt feudale Ausbeutung |
| 1432 | Zerstörung der Stadt durch Hussiten |
| 1540 | Kirche wird evangelisch |
| 1626 | Plünderungen und Pestepidemien während des Dreißigjährigen Krieges |
| 1662 - 1668 | Bau des Friedrich-Wilhelm-Kanals zwischen Oder und Spree |
| 1700-1701 | Aufruhr der Müllroser Bürgerschaft, Forderung nach Wiederherstellung alter städtischer Privilegien wird unterdrückt |
| 2. Hälfte 18. Jh. | Innerer Landesausbau (Kolonien Dubrow, Biegenbrück, Müllrose) |
| 1745/46 | Bau der klassizistischen/barocken Pfarrkirche |
| 1759 | Zerstörungen während des Siebenjährigen Krieges |
| 1806 | Französische Besetzung; in der Folge preußische Reformtätigkeit: Oktoberedikt |
| 1807 | Aufhebung bäuerlicher Gutsuntertänigkeit |
| 1808 | Städtereform regelt die Selbstverwaltung der preußischen Städte |
| 1809, 19. April | erste Müllroser Stadtverordnetenversammlung tritt zusammen |
| 1813 | Während des Befreiungskrieges gegen die napoleonische Fremdherrschaft im Juni Aufenthalt von Friedrich Ludwig Jahn und Karl Friedrich Friesen in Müllrose |
| 1848 | "Demokratischer Club" während der bürgerlich-demokratischen Revolution gebildet |
| 2. Hälfte 19. Jh. | Entstehung kleiner und mittlerer Betriebe (Sägewerke, Kunstmühle, Kofferfabrik, Schiffswerften; Anschluss an das Verkehrsnetz vor allem an den |
| 1887-1891 | erbauten und 1895-1897 erweiterten Oder-Spree-Kanal |
| 1837 bis 1911 | Aufblühen
eines zumeist kleinbürgerlich orientierten Vereinswesens - 1837 Bürgerschützengilde zu Müllrose heute Müllroser Schützenverein - 1866 Gesangverein Concordia - 1888 Männergesangverein "Eintracht" - 1890 Schifferverein - 1898 Müllroser Turnverein - 1906 Arbeiterradfahrverein "Sturm" - 1911 Arbeiter-Turnverein "Eiche" |
| 1900 | Gründung einer Buchdruckerei; Herausgabe des "Müllroser Anzeigers" |
| 1901 | Freiwillige Feuerwehr Müllrose gegründet |
| 1907 | Bau eines Sanatoriums auf dem Zeisigberg durch die Berliner Krankenkassen |
| 1918, November | Wahl eines Arbeiter- und Soldatenrates scheitert |
| 20er Jahre | Müllrose wird "Sommerfrische und Wochenende" |
| 1933 | Eröffnung des Heimatmuseums Müllrose (Hermann Trebbin) |
| 2. Weltkrieg | Rüstungsbetriebe: - "Speerlager" und Organisation "Todt", ausländische Zwangsarbeiter |
| 24. April 1945 | Befreiung vom Faschismus durch die Sowjetarmee |
| 1945-1993 | Stationierung der Sowjetarmee |
| 1946 | Gründung des Volkschors Müllrose |
| 1949 | Gründung des Anglervereins Müllrose |
| 1952 | Gründung des staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Frankfurt Oder, Sitz Müllrose |
| 1955 | Wiedereröffnung des Heimatmuseums |
| 1956 | Gründung des Landambulatoriums Müllrose (Privatisierung 1991) |
| 1962/74 | Eingemeindung der Ortsteile Kaisermühl, Dubrow und Biegenbrück |
| 1960 | 700 Jahrfeier |
| 1977 | Neuformierung des Volkschors Müllrose |
| 1980, 24. April | Umgestaltung der Seeallee |
| 1983, 5. April | Gründung des Müllroser Carnevalsvereins e.V. |
| 1985 | 725 Jahrfeier |
| 1991 | Gründung des Fremdenverkehrsvereins Schlaubetal u. Umgebung e.V. |
| 1992 | Beginn der Stadtkernsanierung, Bau u. Anschluss Trink- und Abwasserversorgung |
| 1992, Dezember | Einweihung des Gewerbeparks |
| 1992-1998 | Sanierung Großer Müllroser See |
| 1993 | Gründung des Amtes Schlaubetal |
| 1995 | vorläufige Anerkennung zum "Staatlich anerkannten Erholungsort", Eröffnung des Hauses des Gastes |
| 1996/97 | Übergabe und Einweihung des Heimatmuseums |
| 1997 | Einweihung des Marktplatzes |
| 2000 | Einweihung der Seeallee |
| 14. Juli 2003 | Müllrose wird "Staatlich anerkannter Erholungsort" |
Veranstaltungen in Müllrose
zu den Veranstaltungen akt. Monat
Jahresüberblick
20. Internationales Künstlerpleinair des Landkreises Oder-Spree
Müllroser Wasserkunst
"Seen´sucht - Das Spiel mit dem See"
8. August - 28. August 2010
Haus des Gastes
Wir freuen uns auf Ihren Besuch:
April bis Oktober:
Montag bis Freitag:
09.00 Uhr bis 17.00 Uhr
November bis März:
Montag bis Freitag:
09.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag:
10.00 Uhr bis 14.00 Uhr
Sie finden das Haus des Gastes im Kietz (nähe Markt).
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